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#BarcampCH in Zürich: Barcamp ist, was ihr daraus macht

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Vergangenes Wochenende, vom 22. bis zum 24. August 2014, fand in Zürich das Barcamp Schweiz (#BarcampCH) statt – mit mir. Wie in meinem Blogpost zum Barcamp Bodensee angerissen, ist ein Barcamp das Pendant zu einer klassischen Konferenz, bei der die Teilnehmer an der Tagung selbst über deren Inhalt und Ablauf bestimmen. Um es mit den Worten von Clemens Maria Schuster (@hofrat), einem der Organisatoren und Geschäftsführer von Hofrat Suess, auszudrücken: „Barcamp ist, was ihr daraus macht„. Daher auch der vorherige Zusatz „mit mir“.  

An dieser Stelle meinen herzlichen Dank an die Organisatoren, Clemens (s.o.) und Thomas Gemperle (@thomasgemperle), alle Teilnehmer und auch die Sponsoren! Ohne euch hätte das #BarcampCH nicht stattfinden können.
Die Sponsoren sind insofern wichtig, da ein Barcamp in der Regel für die Teilnehmer kostenfrei ist um eine Kommunikation auf Augenhöhe zu führen und unnötige Barrieren abzubauen.

Auf dem Barcamp im Karl der Grosse (@Karl_Zuerich) in der Züricher Altstadt, fanden sich wie immer bei Barcamps Persönlichkeiten aus allen Bereichen und jeder Altersschicht. Gelebte Diversität. 

Kommunikation auf Augenhöhe 

Jan Theofel (@jantheofel), hauptberuflicher Barcamp-Organisator, stellte in seinen Sessions vor wie Barcamps, auch für Unternehmen (Corporate Barcamps), organisiert werden können und was die Besonderheiten von solchen Teilnehmer-Konferenzen sind.

Ein wichtiges Merkmal von Barcamps ist die oben genannte Kommunikation auf Augenhöhe. Das heißt jeder Teilnehmer, sei es Sponsor, Organisator, oder Teilnehmer ist gleich. Nur so können Ideen florieren und Diskussionen vorangetrieben werden ohne eine hemmende künstliche Hierarchie oder Machtbarriere. Insbesondere bei firmeneigenen Barcamps müssen die Chefs von Ihrem hohen Ross absteigen.

Ferner beinhaltet dies auch, dass alle Inhalte von den Teilnehmern selbst kommen sollen und müssen. Zwar sind Vorschläge oder Themen gut für einen gewissen Rahmen und Inspiration, jedoch sollte dies nicht einschränken.

Diskussion unter Nutzern – Foursquare vs Swam

Da ich beim Barcamp Bodensee (#bcbs) zum Thema Swarm und Foursquare mitdiskutiert habe, aber an der eigentlichen Session (Sitzung) nicht teilnehmen konnte, brachte ich mich beim BarcampCH weiter ein. 

Neben den bekannten Mängeln die die Trennung der unter Early Adopters beliebten Applikation aus den USA mit sich brachte, wie das Fehlen der Gamification und der schlechteren Usability, war die schlussendliche Quintessenz, dass die App(s) noch alternativlos sind. Auf der anderen Seite gestanden die meisten Teilnehmer ein stark verändertes Nutzungsverhalten zu haben und die Monetarisierung und das Auto-Tracking kritisch zu beobachten. Es bleibt also abzuwarten wie sich die Applikationen der US-Firma entwickeln.

Eine positive Überraschung hatte die Diskussion beim BarcampCH aber definitiv. Bei der ansonsten gähnenden Leere an Freunden im Umkreis auf SwarmApp (#mof), waren nun einige – quelle surprise – in der Nähe. Zudem konnte ich einige neue Freunde finden / hinzufügen. Yay.

Treffpunkt für Vorreiter – Wishdrum Beta Test

Wie an der Diskussion zu Foursquare und Swarm zu sehen, tummeln sich auf Barcamps viele Early Adopters, innovative Vorreiter und Technologiebegeisterte. Daher ist es als Unternehmen durchaus nicht verkehrt die Markteinführung / -reife einer App dort zu testen. So geschehen durch den Hauptsponsor Wishdrum (@wishdrum) aus St. Gallen, der eine Kommunikations-App auf den Mark bringen will. 

Der große Vorteil der App, laut Entwickler und Geschäftsführer, ist der Grad an Selbstbestimmung und die Datensicherheit. Heißt, alle nutzergenerierten Daten sind geschützt und der Nutzer kann bestimmen wo (Location-based), mit wem (Personenkreis), und wie lange (Zeit) er eine Mitteilung verbreiten will. In den untenstehenden Bildern könnt ihr euch einen Eindruck verschaffen, wie dies umgesetzt wird / werden soll.

Die App macht generell einen guten Eindruck, jedoch wurde mir der explizite Mehrwert noch nicht klar. Selbstverständlich ist es in der „Post-Snowden-Ära“ (auch eine Session) wünschenswert, den Datenschutz voranzutreiben, jedoch sehe ich für mich – zumindest momentan – nicht das Bedürfnis ein Nachricht passiv in den Raum zu stellen (räumliche Begrenzung) die dann – eventuell – von einem meiner Freunde, oder der Öffentlichkeit (je nach Auswahl), gesehen werden kann. Diese Mischung aus Twitter, Snapchat und Google+ (Kreise) mit Fokus auf Datenschutz, klingt interessant, ist aber ein hoher Favorit für die Kategorie Nischen-Produkt. 

Ich werde die App nichtsdestoweniger auf meiner eierlegenden Wollmilchsau belassen und weiter testen. Ein eventuelles Update folgt bei Zeiten.

Meinungsaustausch, Networking & Reichweite

Die oben genannte Kritik meinerseits an Wishdrum ist definitiv nicht bösartiger Natur, vielmehr spiegelt es den Geist von Barcamps wider. Das heißt nicht, dass Barcamps, oder Barcamper, eine negative Einstellung haben. Im Gegenteil. Vielmehr ist es die Meinungsvielfalt, die offene, ehrlich Kommunikation, der Austausch an Ideen und die kritische Diskussion, die ein Barcamp so besonders macht. Daher sind klassische Ja-Sager und Mitläufer auf einer Teilnehmer-Konferenz eher selten zu finden.

Aber auch das Networking, die Vernetzung, ist ein besonderer Teil von Barcamps. Oft auch als Blogger-Klassentreffen bezeichnet, ist ein Barcamp ein Treffpunkt für interessante Persönlichkeiten die sich gerne austauschen und vernetzen. Neben der diversen unterschiedlichen Hintergründe gibt es oft doch eine gemeinsame Komponente, die Affinität zum Digitalen und zu Technologien.

Dies ist gerade auch für Sponsoren interessant, da die Barcamper gerne Ihre Meinung (Thought Leaders) mit einer nicht zu verachtenden medialen Reichweite verbreiten.  Hierbei wird auf allen Kanälen getwittert, geposted, oder geliked.

Themenvielfalt

Barcamps bestechen durch enorme Themenvielfalt. In den obigen Paragraphen habe ich vermehrt digitale Themen angerissen, auch aus persönlichem Interesse, jedoch werden auf Barcamps die verschiedensten Inhalte angesprochen, diskutiert und gelebt. 

Wie in nebenstehendem Zeitplan zu sehen (generiert durch Timetabler), ging es beim BarcampCH auch um Unternehmenskultur, Erziehung, Ausbildung, Lebenstipps (Lifehacks), Umwelttechnik, oder Produktivität. So nahm ich auch an der Sitzung zu den Lifehacks teil, bei der unter anderem Barfuss-Schuhe, Fitness-Tracking, die Umstellung auf Stehtische im Büro, oder auch die Kombination von Sport und Weiterbildung angesprochen wurden.

In einer anderen Sitzung ging es um die Frage in wie weit Sponsoring von Bloggern und Journalisten erlaubt ist oder sein sollte und wie Transparenz zu schaffen ist (siehe weiterführende Links).

Das Startup Boldomatic (@boldomatic), ebenfalls Sponsor des BarcampCH, welches sich als Instagram für Text positioniert, regte eine Diskussion zur zerstörerischen Silicon Valley Startup-Kultur an und erklärte die Vorteile eines (ihres) organischen Wachstums. Das Titelbild dieses Artikels wurde übrigens über die App dieses Unternehmens generiert.

Summa summarum heißt das, dass bei Barcamps wirklich jedes Thema erlaubt ist und diskutiert wird – solange sich genügen Personen dafür interessieren und zusammenfinden. Wer sich nur innerhalb eines bestimmen Bereichs bewegen will, für den sind Themencamps wie das Foodbloggercamp oder das BleibGesundCamp vielleicht das Richtige.

Sponsoren des Barcamp Schweiz (#BarcampCH) 2014:

Ich habe anfangs schon meinen Dank gegenüber den Sponsoren ausgedruckt, möchte dies hier aber noch einmal explizit tun. Wie gesagt, ein Barcamp lebt auch von seinen Sponsoren. Nicht nur wegen des Geldes, sondern weil sie eine Kommunikation auf Augenhöher ermöglichen und selbst für Gesprächsstoff sorgen (können).

Weiterführende Links

Wie bereits mehrfach erwähnt steht, fällt und vielmehr lebt ein Barcamp von den Teilnehmern und Partnern. Daher findet ihr hier einige Links zu diversen Blogposts oder Artikeln (Stand 27.08.2014):

PS: Ich werde auch erwähnt. Wer findet den entsprechenden Beitrag? 

 

So viel zum diesjährigen Barcamp Schweiz. Falls ich euer Interesse geweckt haben sollte, ihr Fragen oder Kritik habt, dann hinterlasst einen Kommentar oder besucht direkt die Webseite des BarcampCH: 2014.barcamp.ch. /jsw

 

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